Mit Hauptaugenmerk auf die Ende April anstehende Delegiertenversammlung des Schweizer Blasmusikverbands hielt der Mitgliederrat am 1. März 2025 seine Konferenz im Hotel Olten ab.
Verbandspräsidentin Luana Menoud-Baldi konnte nebst weiteren Gästen auch Nadja Günthör begrüssen, OK-Präsidentin des EMF26 in Biel/Bienne. Bevor sie zu den Traktanden überleitete, bat sie die Anwesenden, gemeinsam eine Gedenkminute für das am 22. Februar 2025 plötzlich verstorbene Verbandsleitungsmitglied Markus Maurer abzuhalten.
Als erstes präsentierte Finanzleiter Hanspeter Frischknecht die Umfrage bei den Mitgliedsverbänden zur Strategie 2025-2030 des Schweizer Blasmusikverbands (SBV). Die Befragten befanden, dass der SBV grundsätzlich das Image eines modernen Verbandes lebt und sich als Dienstleister für seine Mitglieder versteht. Bei den vielen anstehenden Projekten wird jedoch die Umsetzung als schwierig empfunden.
Die strikte Trennung von strategischen und operativen Aufgaben betrachten die Mitgliedsverbände, u.a. aufgrund der Personalmutationen auf der Geschäftsstelle, als (noch) nicht gelungen. Weiter sind sie sich einig, dass sich die (elektronische) Kommunikation deutlich verbessert hat. Die Verbandsleitung (VL) sei nahbar und der persönliche Austausch funktioniere. Allerdings stufen sie die Kommunikation zu den Musikantinnen und Musikanten in den Vereinen als verbesserungswürdig ein. Auch für deren Nachwuchsförderung wünschen sie sich mehr Unterstützung.
Luana Menoud-Baldi zog nach der Umfrage zur beUnity-App Fazit: «Die App muss die Kommunikation vom Kantonalverband über die Musikvereine bis zum Musizierenden gewährleisten, damit sie erfolgreich ist.»
Interessierte Mitglieder aus verschiedenen Kantonalverbänden stossen nun gemeinsam eine Pilotphase an. Die App soll zuerst in dieser kleineren Gruppe zusammen mit wenigen Musikvereinen auf Herz und Nieren getestet werden. Nach Planung und Errichtung bis in den Sommer soll die Testphase mit aktiver Kommunikation über diese App nach den Sommerferien starten.
Die VL entwickelte die Strategie weiter, indem sie die Resultate aus der Umfrage mit einfliessen liess. Die Verbandspräsidentin stellte dem Mitgliederrat das entsprechend angepasste Leitbild vor, das an der Delegiertenversammlung 2026 zu genehmigen sein wird, sowie die SBV-Vision und die acht strategischen Ziele.
«Durch die Umsetzung der neuen Strategie setzen wir den SBV-Slogan - verbindet, bewegt und begeistert - als Kompetenzzentrum Blasmusik in der Kulturszene weiter schrittweise um», hielt Luana Menoud-Baldi fest.
Hanspeter Frischknecht präsentierte die Rechnung 2024 und das vorgeschlagene Budget 2025. Weiter stellte er den Antrag der VL vor, den Mitgliederbeitrag per 1.1.2026 neu zu strukturieren und um 1.50 Franken pro Mitglied zu erhöhen, um damit die Mehrkosten von 80 000 Franken zu decken. «Diese werden unter anderem anfallen, weil auf der Geschäftsstelle mehr Qualität gefordert ist und daher höhere Lohnkosten anfallen werden», so der Finanzleiter.
Die mehrjährig diskutierte Abschaffung der unisono-Pflichtexemplare wird nun ebenfalls umgesetzt. Die Mitgliedsverbände hatten sich in der eingangs erwähnten Umfrage zu 99,9 Prozent für die Abschaffung wie auch für die Erhöhung des Mitgliederbeitrags ausgesprochen. Sie möchten sich zukünftig lieber digital informieren.
Deshalb stellt die VL an der DV den Antrag, den Pflichtexemplar-Bezug in den Statuten zu entfernen. Zudem soll der bisherige «Beitrag Kommunikation» im Umfang von 10 Franken in den Mitgliederbeitrag integriert werden, so dass dieser ab 2026 neu 20 Franken pro Mitglied betragen wird. Damit könne der gesamte Kommunikationsbereich des SBV finanziert werden.
Weiter ist vorgesehen, per 1. Januar 2026 das unisono-Printmagazin einzustellen, dafür aber allen Mitgliedern zehn Mal im Jahr ein ePaper zuzusenden - nebst dem Newsletter und dem Zugang zum immer aktuellen und für alle zugänglichen digitalen unisono.
Nach dem einführenden Trailer präsentierte Nadja Günthör ihre Vision und Motivation für das Eidg. Musikfest 2026 in Biel/Bienne, für das sich bereits über 500 Musikgesellschaften angemeldet haben. «Unsere Leidenschaft und unser Teamgeist im OK sind enorm gross, und wir sind fest entschlossen, in Biel/Bienne ein grossartiges EMF26 zu organisieren und damit die Vision zu realisieren, die uns alle zusammenführt», sagte sie.
Luana Menoud-Baldi dankte Nadja Günthör für ihren unermüdlichen Einsatz. Des Weiteren gab sie Informationen aus dem letzten Newsletter weiter.
Vizepräsident Michel Graf plädierte dafür, dass die Vereine im Moment noch mit der Buchung von Unterkünften zuwarten sollen. Ziel sei, mit der Hotellerie und Biel-Seeland Tourismus an einen Tisch zu sitzen, um die Unterkünfte sinnvoll zu organisieren. Auch Massenunterkünfte werden gesucht.
Hanspeter Frischknecht ergänzte, dass zwingend alle Teilnehmenden im Hitobito erfasst ein müssen: «Doppelmitglieder, Aushilfen und Dirigentinnen kommen sonst nicht in die Dublettenprüfung zur Erstellung der Spielpläne des EMF26.»
Als Nächstes präsentierten die Kreispräsidentin Verena Federli und Projektleiter Simon Büchel die Vision der IG EMF Rheintal’31. Die Interessengemeinschaft möchte im Jahr 2031 das nächste Eidgenössische Musikfest im Rheintal durchführen.
Es soll ein dörflich-ländliches Fest in Altstätten und Umgebung werden - ein Gemeinschaftsprojekt des gesamten Blasmusikreises Rheintal mit 18 Musikvereinen. Dabei will man die Lage im Vier-Länder-Eck (CH, DE, AT, FL) bewusst nutzen und IG wie OK mit möglichst viel Blasmusik-Kompetenz besetzen - um quasi ein Fest von Musikanten für Musikantinnen zu organisieren.
Die Associations Romandes et Tessinoise (Kantonalverbände aus der Romandie und dem Tessin) haben Fabrice Reuse als offiziellen Kandidaten portiert. Er soll das zurücktretende Verbandsleitungsmitglied Eric Kunz ersetzen. Mehr über Fabrice Reuse
Die Verbandspräsidentin informierte, dass der viel zu frühe Tod von Markus Maurer die VL dazu zwingt, eine weitere Kandidatin, einen weiteren Kandidaten aufzubieten. Die Zeit sei knapp und interessierte Personen sollen sich bei ihr melden.
Vor weiteren allgemeinen Infos und dem Übergang zum Stehlunch orientierte Oskar Brütsch, Kantonalpräsident des Schaffhauser Kantonalverbands, über den Ablauf an der DV vom 26. April und das Vorabendprogramm in Schaffhausen. An diesem werde ab 22 Uhr eine Jugendband aufspielen, um den Jungen eine Plattform zu bieten.